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Autor: Iwan Lässer / September 2005

Farbige Steinkorallen- ein Wunsch aller Steinkorallenfreunde. Doch wie erreicht man eine schöne und anhaltende Färbung seiner Pfleglinge?

Die Pflege von Steinkorallen ist erst seit wenigen Jahren möglich. Ermöglicht wurde sie durch Erkenntnisse der Bedürfnisse und die Entwicklung von technischen Einrichtungen, welche diese Bedürfnisse befriedigen können.

Jeder Steinkorallenhalter weiss, dass die Haltung dieser wunderschönen Tiere an gewisse Voraussetzungen gebunden ist. Ausreichend Licht, nährstoffarmes Wasser, Versorgung mit Spurenelementen und Kalzium. Dies sind bekannte Tatsachen, über die schon viel diskutiert und veröffentlicht worden ist. Aber was genau beeinflusst nun die Farben?














 

 

 



 
 

 

 

 






Gerne räume ich an dieser Stelle mit den gängigen Falschmeinungen auf.



Falsch! Die Zooxanthellen (Symbiosealgen) erfüllen andere Funktionen. Die Zooxanthellen sind farblich für den braunen Grundton verantwortlich. Das bedeutet: Je höher die Zooxanthellendichte, desto mehr werden die Farbpigmente der Koralle überlagert. Wir haben also braune Korallen.


Eine geringe Zooxanthellendichte ergibt eine hellere Färbung der Korallen. Brauntöne werden cremefarben

Als Beweis, dass die Farbe von Korallen nicht von den Zooxanthellen abhängig ist, dienen azooxanthellare Steinkorallen. Diese Korallen besitzen also keine Zooxanthellen, sind aber denoch äusserst farbig. Ein schönes Beispiel sind die Tubastrea-Arten





Unvollständige Aussage! Die Beobachtung, dass bestimmte Spurenelemente die
Farbigkeit fördern können, hat nichts mit der primären Zündwirkung der Farbausbildung zu tun. Man nimmt an, dass die Produktion von Farbpigmenten  (Chromoproteinen) über Stoffwechselvorgänge der Koralle abläuft. Spurenelemente kommen dabei als Bestandteile von Enzymen vor, ohne die eine Farbpigmentierung nicht stattfinden kann.

Wird also durch Spurenelementzugabe die Farbgebung gesteigert, so hat vorgängig ein Mangel an Spurenelemente bestanden. Dies erklärt auch die Beobachtung, dass in vielen Aquarien durch die Dosierung von Spurenelementen keine Steigerung in der Farbintensität erreicht werden. Sind ausreichend Spurenelemente vorhanden, so wird durch eine zusätzliche Applikation keine Steigerung der Chromoprotein-Synthese erreicht.


Die oft gehörte Aussage: „Farbige Korallen erreicht man nur durch Senkung der Nährstoffe. Dadurch lassen sich die herrlichen Farben erhalten und neu ausbilden“ Stimmt so nicht! Eine Reduzierung der gelösten Nährstoffe bewirkt in erster Linie, dass die Zooxanthellen-Dichte abnimmt. Die Synthese von Chromoproteinen wird dadurch überhaupt nicht betroffen. Spektralanteile des Lichtes setzen die Bildung von Farbpigmenten in Gang! Die Lichtqualität, damit meine ich die Strahlungsintensität, spektrale Verteilung, Beleuchtungsdauer, ist also für die Ausbildung von Chromoproteinen verantwortlich.

Für die Ausbildung von Farbpigmenten benötigt die Koralle natürlich Energie. Selbstverständlich, dass sie diese Energie erst dann in die Produktion von farbgebenden Pigmenten steckt, wenn sie ihren Grundbedarf genügend gedeckt hat. Die Ausbildung von Farbe ist also ein „Luxusgut“. Eine hungernde Koralle wird niemals die wertvolle Energie an die Synthese vom Farbbausteinen verschwenden.



 Alle Bilder stammen aus dem Aquarium des Autors

 Copyright: Iwan Lässer

Veröffentlichungen nur mit Einverständnis des Autors